Vom Forschungsschiff ins Kirchenschiff
Dinner4Zero bringt nachhaltige Ernährung und Kunst in der Moritzkirche an einen Tisch
Mit einem Dinner im Kirchenschiff hat science2public am Abend des 15. September 2026 sein Veranstaltungsformat Dinner4Zero an einen ungewöhnlichen Ort verlegt. Anlass war die Ausstellung „Im Netz der Schöpfung“ des Künstlers Peter Wycisk in der Moritzkirche. Wo das Format sonst an Bord des Bürger*innenforschungsschiffes Make Science Halle stattfindet, trafen diesmal Skulpturen und ein gemeinsames Essen im Kirchenraum aufeinander.
Die Intention des Dinner4Zero blieb bestehen: Menschen aus verschiedenen Lebensabschnitten und Situationen kommen bei einer heißen Mahlzeit zusammen und diskutieren. Der Kirchenraum gab den Gesprächen zusätzlich einen neuen Rahmen, und der Künstler selbst saß mit an der Tafel. Wycisk war jahrzehntelang Professor für Hydro- und Umweltgeologie an der Universität Halle, seine Themen Wasser und Ressourcen prägen heute seine Kunst.
Serviert wurde ein 3-Gänge-Menü aus regionalen und saisonalen Speisen. Eingebettete Leitfragen verbanden die Gänge mit der Ausstellung und riefen zur Diskussion auf. Besonders die fotografische Begleitausstellung „Fragmente der Schöpfung – serviert und versetzt“, die Objekte aus ihrer gewohnten Umgebung verschoben zeigt, bildete eine direkte Parallele zum Dinner, das vom Schiff in die Kirche gewechselt war.
Wycisk arbeitet in seinen Skulpturen mit Materialien wie Holz, Wolle, Salz, Kork und Fischleder. Sie lenken den Blick auf Verbrauch und auf die Verantwortung des Einzelnen. Das Menü griff diesen Gedanken auf: einfaches Essen, Wert auf Wiederverwertung. Und auch das Ungewohnte im Gewohnten fand seinen Weg auf den Teller, durch den gezielt sonderbaren Einsatz von Algenkaviar.
Das von science2public und dem Science Cube organisierte Dinner4Zero verbindet kulinarische Erfahrung mit Fragen der Ernährungswende und nachhaltigen Entwicklung. In der Moritzkirche erhielt das Format eine zusätzliche räumliche und künstlerische Dimension: Das Kirchenschiff wurde für einen Abend zur Tafel und zum offenen Gesprächsraum. Die bereits im Vorfeld ausgebuchte Veranstaltung war Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung, die noch bis zum 18. Oktober 2026 zu sehen ist.