Klimawandel, geopolitische Unsicherheiten, fragile Lieferketten, steigender Infektionsdruck in landwirtschaftlichen Kulturen sowie eine wachsende Weltbevölkerung stellen unsere Versorgungssysteme vor erhebliche Herausforderungen.
Aber welche innovativen Ansätze können eine nachhaltige Ernährung und stabile Rohstoffversorgung sichern?
Genau darum ging es beim 4. Mitteldeutschen Algenstammtisch in Köthen.
Im Rahmen der Festwoche „100 Jahre Grünes Gebäude der Hochschule Anhalt: Lehre und Forschung für Zukunftstechnologien" luden Prof. Dr. Carola Griehl, Leiterin des Kompetenzzentrums Algen-Biotechnologie der Hochschule Anhalt Köthen (CAB), und Jörg Ullmann, Geschäftsführer der Algenfarm Klötze GmbH & Co. KG, vom 05. bis 06.05.2026 zum 4. Mitteldeutschen Algenstammtisch ein.
Unsere Vorstandsvorsitzende Ilka Bickmann war als Moderatorin an beiden Tagen dabei und öffnete den Raum für Diskussionen und einen angeregten Austausch unter den Teilnehmenden.
Bei zahlreichen Panels und Vorträgen wurde deutlich, dass Mikroalgen vielversprechendes Potenzial für die Zukunft bieten: Sie binden Kohlendioxid und wandeln es in vielseitig nutzbare Biomasse um. Von gesunden Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu Mineralöl-Alternativen und nachhaltigen Biomaterialien – Algen zählen zu den aufstrebenden Multitalenten der Bioökonomie.
Es wurde betont, dass Mitteldeutschland eine wichtige Rolle bei der Entwicklung algenbasierter Produkte spielt: Mit seiner langen Tradition in der Algenbiotechnologie, anwendungsnahen Forschungseinrichtungen, industriellen Algenfarmen und innovativen Unternehmen verfügt die Region über ein einzigartiges Fundament, um Mikroalgen als zukunftsweisenden Baustein in der Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie sowie in der Landwirtschaft nachhaltig zu etablieren.
Ein Highlight mit Seltenheitswert bot der interaktive Algenkochkurs. Dabei standen nicht nur Expertinnen, sondern auch politische Vertreterinnen am Herd – und machten Innovation direkt erlebbar.
„Wir wollen zeigen, dass Algen längst keine Zukunftsvision mehr sind, sondern konkrete Lösungen bieten – heute und hier", betont Prof. Dr. Carola Griehl.
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